Verhältnisse ändern

von am

Du musst die Verhältnisse ändern, um Dein Verhalten und die innere Haltung zu ändern.

Wuhu mal wieder ein etwas anderer Blogbeitrag. Bodynation mache ich ja nicht hauptberuflich. In meinem ganz normalen Alltag arbeite ich viel mit Menschen – vor allem mit Teams und Teams sind meine Leidenschaft.(Falls Du jetzt erstaunt bist, dass ich tatsächlich einen Beruf habe… Ja manchmal wundert mich das sogar selber – haha! Und Dann noch so einen – für mich – tollen Beruf)

Was hat das jetzt mit Fitness, Bewegung und so zu tun?

Ich war letzte Woche an einer Konferenz, in der es um Teamentwicklung und -performance geht. Ja ich weiss, dass hat immer noch nicht viel mit Fitness und Bewegung zu tun. Aber ihr wisst ja; ich rede ja viel um den Brei herum, daher brauche ich ein bisschen Vorlaufszeit. Auf jeden Fall zeigte der Speaker dann folgende Grafik (siehe unten) und es war so einfach zu verstehen, trotzdem super hilfreich und es macht total Sinn. Daher dachte ich, ich möchte es mit Euch teilen, damit es Euch ebenfalls helfen kann.

Hast Du Probleme längerfristig Sport zu treiben? Möchtest Du dir etwas an- oder abgewöhnen aber fällst immer wieder in das gleiche Verhaltensmuster zurück? Dann höre Dir mal an, was vielleicht der Grund sein könnte.

Fang nicht gleich an, eine komplett neue Haltung anzunehmen, denn dann wirst Du sehr wahrscheinlich nicht sehr langfristig etwas ändern. Eine Haltung ist etwas, was tief in einem verankert ist. Fange damit an, Deine Verhältnisse zu ändern, damit Du Dein Verhalten änderst um dann langfristig eine neue Haltung einzunehmen. Macht das Sinn oder ist es verwirrend? Ich zeige es mal an einem Beispiel.

Nehmen wir an, ich möchte meinen Körper als Tempel sehen, ich möchte gut zu ihm sein und daher gesünder leben und ggf. ein paar Kilo abnehmen. Dann ist «Der Körper ist mein Tempel» die innere Haltung, die ich einnehmen möchte. Und oftmals ist es so nun auf Biegen und Brechen zu versuchen, dies zu erreichen. Du trichterst es Dir ein. Aber da die Haltung etwas ist, was langfristig und tief in einem verankert ist, kann man diese neue Haltung nicht einfach per Knopfdruck einnehmen. Und oftmals sind wir dann frustriert wenn wir wieder in die alten Verhaltensmuster fallen (ja… auch ich kenn das :))

Du möchtest Die Haltung zu Dir und Deinem Körper ändern

Dann schaffe die Verhältnisse dazu. Stehe jeden Morgen 30’ früher auf, um Deine Übungen zu machen. Schaue, dass Du in Deinem Kühlschrank schon mal weniger Süsses hast. Versuche einmal mehr in der Woche frisch zu kochen. Wie Du siehst, sage ich nicht, dass ab SOFORT täglich 2 Stunden Sport machen musst, jeden Tag frisch kochen sollst. Fang in kleinen Schritten an und arbeite dich von den Verhältnissen «hoch», damit es Dein Verhalten ändert.

Von den Verhältnissen zum Verhalten

Wenn Du dann die Verhältnisse geschaffen hast, wirst Du unweigerlich das Verhalten ändern. Du machst mehr Sport, bewegst Dich mehr und kochst mindestens einmal in der Woche schon mal frisch. Und dann – bleibst du dran.

Bei dem Vortrag ging es auch darum, wie das Gehirn funktioniert, wie die Charakterbildung ist, was wir in welchem Alter in Gehirn speichern und wie gute Gedanken über uns, unser Leben beeinflussen. Was auch geteilt worden ist, dass das Gehirn etwas rund 47 Mal wiederholen sollte, bis wir das Verhalten wirklich ändern.

47 Mal? Klingt das viel oder wenig?

Erinnerst Du Dich, als Du wieder mal an einem Sonntag gesagt hast, ab morgen wird sich alles ändern? Und dann spätestens am Donnerstag, war doch wieder alles beim Alten. Oder du fängst etwas an und hörst dann wieder auf.

Du hast somit die Verhältnisse geschaffen, aber dein Verhalten nicht langfristig verändern können, da Du es nicht wieder und wieder gemacht hast und Du somit Deine Haltung zu etwas nicht festigen konntest.

Wenn Du jetzt einmal die Woche frisch kochst, dauert es gut 47 Wochen bis sich das Verhalten richtig festigt und Dich einen Schritt weiter zur Haltung bringt. Lang oder kurz? Ist Ansichtssache – aber bei uns kann ja nichts schnell genug gehen.

Wie lernt ein Kind zu gehen? Vom Hinfallen. Und es fällt oft hin. Daher kommt es am Ende wirklich auch darauf, inwiefern Du dran bleibst. Und wenn es hilft; tu dir ein Tagebuch zu. Schreib auf, reflektiere Dein Verhalten und schaue, was für Muster du hast. Was sind Situationen in denen Du trotz der geschaffenen Verhältnisse, das Verhalten nicht anpassen kannst?

So lernst Du – und da fangen wir wieder beim Kind an. Immer wieder hinfallen, aufstehen – bis Du irgendwann gehen kannst und es einfach natürlich ist.

Es gibt Dinge, bei denen ich auch immer wieder auf meine alten Verhaltensmuster zurückfalle. Ich bin bei weitem noch nicht da wo ich sein will. Doch durch den ständigen Willen mich mit mir auseinanderzusetzen, möchte ich lernen, möchte ich mein Bewusstsein schärfen und die Gründe erforschen, warum Dinge tue oder eben mal nicht tue. Und das kann man auf all seine Lebenssituationen reflektieren – auch im Sport.

Somit schliesse ich den Blogbeitrag ab, in dem ich Dich auffordere, zu überlegen, welche Verhältnisse Du geschaffen hast, Dein Verhalten zu ändern, um langfristig die innere Haltung anzunehmen, die Du Dir wünscht. Und passend dazu gibt es das Zitat von John Dewey “we do not learn from experience, we learn from reflecting on experience”.

 

Herzlichst,

 

Eure Irina

 

 

Quellen:

  1. MINDset (Cendales, Jorge 2020): MINDset – wie unser Gehirn 1.0 mit Arbeit 4.0 umgeht

    https://www.humanspirit.company/

  2. Thinking in the borderland (Tapken, Andreas 2017): Führung und Persönlichkeit

    https://andreastapken.com/2017/05/27/fuehrung-und-persoenlichkeit/

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