Keine Lust auf Gym?

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Du scrollst auf den sozialen Medien und siehst viele Personen im Fitnessstudio. Einige davon nennen das Fitnessstudio ihren Therapieplatz und andere vermissen das Gym, wenn sie für zwei Tage nicht da waren. Du hast das nicht? Und noch schlimmer: Du hast das nicht und fühlst Dich dann manchmal schlecht, weil Du so nicht fühlst?

Hör sofort auf mit solchen Gedanken. Nur weil viele ins Fitnessstudio gehen, heisst das nicht, dass es etwas für dich ist. Suche Dir lieber etwas, was Dir Spass macht (und nicht den anderen). Dann gehst Du mit einem guten Gefühl hin, bist richtig aufgeregt, weil Du Dich auf das Training freust und es ist «kein Müssen». Ja gut – natürlich gibt es Tage, wo die Motivation vielleicht ein bisschen gesucht werden muss. Aber auch das ist normal. Es gibt so viele verschiedene Lebensumstände, die dazu führen, dass die Motivation einfach mal nicht da ist. Dann kommt aber die Disziplin – und dann gehst Du dahin auch ohne Motivation.

Wie finde ich eine Sportart, die mir gefällt?

Das ist jetzt eben gar nicht so einfach und ich glaube der Slogan «just do it!», passt ganz gut. Woher willst Du wissen, was Dir gefällt (und was nicht), wenn Du keine Sportart ausprobierst? Vielleicht kannst Du Dir ja ein paar Fragen stellen:

  • Trainiere ich lieber allein oder in Gruppen? Warum eher das eine oder das andere?
  • Falls es Gruppentrainings sind, gefällt es mir, wenn die Gruppenteilnehmer miteinander interagieren oder nicht? Interaktion wäre zum Beispiel im Boxtraining wenn gegeneinander geboxt wird etc.
  • Möchte ich zeitlich flexibel bleiben oder benötige ich eine genaue Uhrzeit?
  • Wieviel Budget habe ich?
  • Kann ich mich allein pushen?
  • Wann ist ein Training für mich erfolgreich? Was muss passieren, dass ich es erfolgreich nenne?
  • Was definiere ich als Training?
  • Was möchte ich damit erreichen?

Ich will mich nicht blamieren

Zugegeben; wenn ich etwas zum ersten Mal mache und ich dann – gefühlt – richtig schlecht bin und noch einige Leute zuschauen, dann ist das auch für mich nicht angenehm. Dann muss ich mir einfach selbst sagen: «jeder fängt mal an». Und das ist auch so. Selbst Profis haben einmal angefangen. Und falls jemand Dich auslacht, ja dann sagt es doch mehr über die Person aus als über Dich.

Und wenn die erste Stunde für Dich eher frustrierend war als spassig, dann frage Dich, an was das gelegen hat; war es einfach, weil Du nicht mithalten konntest oder weil es Dir nicht Spass gemacht hat (sei es von der Atmosphäre, Uhrzeit, etc.). Je nachdem würde ich dem ganzen noch einmal eine zweite Chance geben und noch ein paar Stunden hingehen und wenn Du es dann immer noch nicht fühlst, dann such weiter. Ich sage immer bei Personen «wenn’s vibed dann vibeds» (ich bin mir bewusst, dass das kein richtiger englischer Ausdruck ist, aber es heisst quasi, wenn die Leute die gleiche Energie haben, dann passts.) Und wenn es beim Sport nicht vibed (btw. Vom englischen «vibe» - Wirkung, Stimmung)

So kannst Du Dich quasi durchprobieren, immer mit den Fragen im Kopf; was macht mir wirklich Spass?

Nur weil viele im Fitness sind, musst Du das auch nicht abfeiern. Das wichtigste ist, dass Du Spass hast und es Dir gefällt. Bei mir ist das nun halt Fitness (wobei ich aktuell auch ziemlich angefressen vom Kickboxen bin). Bodybuilding hat mir sehr viel gelehrt: Disziplin, Geduld und das Bewusstsein, dass ich verantwortlich für das Ergebnis bin. Klar spielt die Genetik auch noch mit, aber dennoch kann ich unfassbar viel steuern. Und immer ein bisschen besser zu werden, an meinen Schwächen zu arbeiten, mit der Ernährung zu experimentieren und es am Schluss auf der Bühne zu präsentieren, ist für mich genau das richtige. Das muss es jedoch für Dich nicht sein. Ich wünsche mir nur, dass Du auch etwas findest, dass Dir genauso Spass macht, wie mir das Bodybuilding.  

Wie bleibe ich motiviert?

Wie oben schon geschrieben, gibt es einfach Tage, an denen wir nicht motiviert sind. Manchmal schlafen wir schlecht, hatten eine schlechte Phase oder sehr viele Aufgaben (stell dir mal schon nur berufstätige Eltern vor). Dann glaube ich, dass Struktur einem trotzdem hilft. Nach dem Training geht es meistens aufgrund der Hormonausschüttung besser. Wenn Du aber merkst, dass Du gesundheitlich angeschlagen bist, dann verzichte darauf. Oder auch, wenn Du jetzt wirklich einfach mal nicht magst. Dann solltest Du es aber auch geniessen und Dir nicht Vorwürfe zu machen.

Disziplin ist auch etwas, was nicht über Nacht kommt. Disziplin kommt oft einher mit vielen Rückschlägen, die dann irgendwann mal weniger werden. Daher braucht es Zeit und es braucht Geduld.

Die Frage, die ich mir oft stelle, ist: «Wenn ich jetzt nicht ins Training gehe, nerve ich mich später?» Wenn die Antwort «ja» ist, dann gehe ich. Und wenn die Antwort «nein» ist, dann lasse ich es einfach sein (Natürlich nur wenn ich nicht in der Wettkampfvorbereitung bin, dann muss ich so oder so gehen). Das kommt eigentlich auch zu einem schönen Nebeneffekt; wenn die Antwort öfters «nein» ist, wird irgendwann das «ja» kommen, und dann gehe ich wieder. Wenn es jedoch immer ein «nein» bleibt, dann ist die Sportart vielleicht nicht die richtige. Denn wenn Du etwas gerne tust, wirst Du es früher oder später wohl vermissen oder Du weisst, es ist Zeit, etwas anderes zu probieren.

Wie soll es denn jetzt weitergehen?

Einfach mal loslegen – was möchtest Du ausprobieren? Erkundige Dich, melde Dich an und los geht’s. Und wenn es nichts ist, was hast Du verloren? Vielleicht ein paar Stunden Zeit im schlimmsten Fall. Im besten Fall findest Du den Sport, den Du liebst. Sei es in einer Gruppe, ein Teamsport oder ganz allein.

Und wenn Du noch ein bisschen Inspiration suchst, dann schau doch mal auf Youtube vorbei. Dort haben wir eine Mini-Serie, die «Irina wills lerne» heisst und wir ganz verschiedene Sportarten kennenlernen. Es hat jeweils auch eine Kontaktadresse dabei, dann kannst Du Dich bei den Personen melden.

Viel Spass!

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