Es wird nicht besser

von am

… wenn Du selbst nicht was dafür tust. Woow, was für eine Erkenntnis #frausuperschlau. Trotzdem habe ich aber gerade das Bedürfnis, darüber zu schreiben. Ich sitze gerade im Zug und hatte, den letzten Arbeitstag in einem Team, dass ich begleiten durfte. Und die Sonne scheint mir ins Gesicht und ich sehe die schöne Natur an mir vorbei düsen. Und ich fühle mich einfach unfassbar erfüllt, glücklich und ein warmes Kribbeln geht mir durch den Magen. Wahrscheinlich auch, weil ich ein unfassbar tolles Geschenk von dem Team bekommen habe und ich es wirklich vermissen werde. Da kommt dann der Schmerz in mir hoch. Ich stehe gerade davor meinen Job zu wechseln, einige fragten, was ich denn so arbeite.

Bodynation machen wir ja „nur“ nebenher -ich arbeite zurzeit noch (genau zwei Tage) in der Unternehmensberatung, die sich auf Organisationsentwicklungsthemen spezialisiert hat. Wir arbeiten viel mit Menschen zusammen und schauen, wie man die Art des Zusammenarbeitens verändern kann, die Zusammenarbeit untereinander, im Team mit anderen Gruppen und machen ganz viel im Bereich individuelle Entwicklung. Ich liebe den Job an sich – Unternehmensberatung aber habe ich gesehen. Nicht weil ich jetzt die jetzige Firma nicht mag, aber weil es echt unfassbar an den Nerven zerrt, bei mehreren Projekten gleichzeitig zu arbeiten, Workshops zu organisieren, Vertrieb zu machen und und und… Und dann habe ich doch eine einschneidende Erkenntnis gehabt: Ich bin nicht mit meinem Beruf verheiratet. Klingt so simpel – aber wenn man sich für etwas Leidenschaftlich einsetzt, rückt dies immer mal wieder in Hintergrund. Wäre es so weitergegangen, wäre der einzige der mich überhaupt noch heiraten wollte, der Job gewesen. Also nicht, dass ich jetzt Gerüchte streuen will, ich bin mehr von Heiraten entfernt als meine Nichte die zwei ist, aber ich glaube ihr wisst, was ich meine.

Es ist an der Zeit weiterzumachen

auch wenn es schmerzt. Vor allem wegen den Teams die ich begleiten durfte. Mein Lieblingsspruch ist ja immer „ich hasse Menschen“ – aber ich gebe es ja zu: ich liebe ich sie und ich kann nicht ohne Menschen arbeiten.

Jetzt habe ich schon eine Viertel Seite geschrieben, ohne eigentlich auf den Titel einzugehen aber der Übergang passt jetzt ganz gut. Meine Welt wurde auch nicht besser, indem ich immer mehr Projekte hatte, viel gearbeitet habe und dadurch meinen Sport vernachlässigte, meine Freunde, meine Beziehung (die ich nicht mehr habe – da gibt’s mal einen anderen Post dazu) und nächtelang nicht geschlafen hatte, weil wir daneben ja noch Bodynation versucht haben, aufzuziehen.

Was kann man da tun? Es selbst in die Hand zu nehmen und die eigene Welt mal aufzuräumen. Und das tat ich. Und ich sag es euch: der Moment, wo die Entscheidung getroffen ist, ist wie eine Erlösung. Der schlimmste Moment ist doch der, die Entscheidung vor sich hinzuschieben und immer in dieser Ungewissheit zu sein.

In Gesprächen stelle ich immer wieder fest, dass die Leute sagen „aber das geht nicht,“, „ich bin abhängig von“, „ich kann das nicht, weil…“, „alles blöd, weil“. Ich verstehe das. Ich bin ein Weltmeister - oder eher eine Weltmeisterin im sich beschweren. Wirklich! Aber dann muss irgendwann der Moment kommen, wo man die Brille aufsetzt, sich aufrecht hinsetzt, die Haare zusammensteckt, sich schüttelt und sagt: „okay genug ausgekotzt, jetzt suche ich nach einer Lösung“. Genau dasselbe ist mit der Umwelt: wir beschweren uns, dass die Welt am Abgrund ist, kaufen uns aber ständig Kleidung, Handys, fliegen für die Meetings um die Welt. Es ist nicht so schwer die Gesellschaft zu ändern – ich glaube es ist noch viel schwieriger sich selbst zu ändern.

Wir beschweren uns

...dass jeder immer nur an sich denkt, dass niemand mehr dankbar ist und dass heute einfach alles anders ist. Das stimmt vielleicht auch – aber dann überlege dir doch, wie kannst Du es schaffen, dass Du die Welt zu einem besseren Ort machen kannst? Wann hast Du das letzte Mal einfach mal jemandem Danke gesagt? Oder den Nachbarn mal – einfach so – etwas gekauft, um ihnen eine Freude zu machen? Oder wann hast, Du das letzte Mal einer Freundin einfach mal eine Karte geschrieben, um zu sagen, dass du froh bist, sie zu haben?

Es fängt alles bei Dir an. Wie kannst Du mehr Dankbarkeit zeigen, wenn Du das Gefühl hast, die Welt ist nicht dankbar? Wie kannst Du versuchen, die Welt weniger kaputt zu machen?

Man darf mich gerne naiv nennen – wenn naiv bedeutet, nicht die Hoffnung aufzugeben, das Mensch-sein statt Mensch-spielen etwas ist, was ich in der Welt bewegen möchte. Daher fange ich ganz bei mir an. Ich versuche nicht jemanden zu spielen, den ich nicht bin. Ich versuche dankbar zu sein für die kleinen Dinge im Leben, mich immer wieder daran zu erinnern, Bescheiden zu sein, weil wir echt verdammt viel haben hier in der Schweiz.

Arschlöcher wird es immer geben.

Aber lass dich von denen nicht aufhalten – mache einfach weiter mit Deiner Mission, was es auch immer sein mag. Und das versuche ich in meinem Leben auch zu tun. Und auch wenn ich enttäuscht werde, dann reflektiere ich darüber was ich daraus lernen kann

Ich glaube das Buch „give and take“ von Adam Grant hat mir ebenfalls sehr geholfen. Es ist ein Buch darüber wie so genannte Geber langfristig erfolgreicher sind. Wobei es hierbei nicht wirklich um Erfolg im Materiellen sinne geht, aber wie Leute von dir denken. Und er differenziert stark zwischen erfolgreichen Gebern und erfolglosen Gebern – die erfolglosen Geber sind die, die sich ausnutzen lassen.

Wie mache ich das denn? Ich habe unfassbare Freude am Geben, am da sein für Menschen und den Leuten eine Freude machen, macht mir selber noch viel größere Freude. Aber ich höre sehr gut auf mein Bauchgefühl – meine Intuition. Nein dass hat nichts mit Esoterik zu tun oder Sonstigem, aber ich kriege relativ schnell ein Gefühl, ob das etwas ist wo ich mich öffne oder wo ich vorsichtig bin. Natürlich laufe ich immer wieder an die Wand, aber die Rate ist ganz gut. Und wenn ich mal wieder heftig gegen die Wand gelaufen bin – ja, dann tut das schon weh und ich zweifle. Trotzdem versuche ich bei weiteren Erlebnissen und Entscheidungen mich nicht davon beeinflussen zu lassen.

Vielleicht eine Frage an Dich selber: Wie oft hörst Du auf Dein Bauchgefühl und es sagst nein und du tust es trotzdem? Wieso machst Du das?

Kann man das trainieren? Ich weiß es nicht, da gibt es sicher auch gute Bücher dafür. Aber ich habe bemerkt, je bewusster – im Sinne von SELBST-bewusster ich geworden bin, je mehr ich wusste, wer ich bin, desto einfacher fiel es mir. Den Mut zu haben auch mal nein zu sagen, darauf zu vertrauen, was das Bauchgefühl sagt auch wenn man es manchmal nicht „beweisen“ kann, hat mir sehr geholfen, die Person zu werden, die ich bin. Und es hat mir auch unfassbar geholfen, ein Umfeld aufzubauen, wo ich ehrliche, authentische und ähnlich denkende Menschen wie ich selber bin zu haben.

In diesem Sinne „Trust yourself – you know more than you think you know”. Und beim Schreiben dieser letzten zeilen realisiere ich, dass der Beitrag soviel Themen auf einmal anschneidet aber nichts Richtiges ist. Wahrscheinlich ein Gefühlschaos, dass ich einfach mal los werden musste. Danke, falls Du es bis hierher geschafft hast – haha!

 

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