24 Stunden Tag?

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Sag mal, wie kriegst Du das alles so hin?

Ich werde öfters mal gefragt, wie ich die ganzen Themen, die sich bei mir so ansammeln an einem 24 Stunden Tag hinkriege. Und ja – manchmal frag ich mich das auch und ich erzähle Euch jetzt ein Geheimnis: ganz oft kriege ich das auch nicht hin ;-) Aber manchmal, wenn dann die Struktur wieder einen Weg zu mir findet, dann kriege ich auch das alles unter einen Hut.

Ich habe schon gefühlt tausend Mal darüber berichtet, dass im 2019 ein Jahr war, wo ich gefühlt unmögliches erreicht habe: Trennung, Umzug, Jobwechsel, Online mit bodynation gegangen, Weiterbildung gemacht und dann obendrauf noch eine Wettkampfvorbereitung erfolgreich gemeistert. Wow das war viel und ja rückblickend einfach zu viel. Ich glaube mich hätte es bald einfach mal eine Runde umgeworfen. Ich glaube, dass hat sich auch an meinem Körper gezeigt. Nach dem Wettkampf habe ich innerhalb von sechs Wochen meine ganzen zwölf Kilogramm, die ich mühsam in 6 Monaten abgenommen habe, schon wieder auf den Hüften gehabt. Aber einfach einmal die Disziplin loszulassen, tat einfach gut. Und ja ich brauchte das irgendwie auch.

Aber dann geht das so ein paar Wochen und ich sehne mich wieder nach Struktur. Ich brauche das, ich liebe das. Ich habe ziemliche Hummeln im Hintern. Dieses Jahr mache ich keinen Wettkampf also suche ich mir (das Training bleibt), etwas anderes; ich lerne Motorrad fahren (hell yeah!). Auch das braucht viel Übung und so kommt, es dass ich immer viel auf dem Tisch habe. Und doch geht es irgendwie. Ich glaube vor allem wegen drei Dingen:  

Ich mache alles, was ich geil finde

Jaaa okay, das Wort „geil“ habe ich jetzt extra gewählt. Muss ja ein bisschen aufsehen erregen. Aber ich stehe dazu: ich mache alles Dinge, worauf ich Lust habe. Und gibt es manchmal mühsame Teilaufgaben bei den Themen, dann mache ich diese auch, aber weil ich weiss, dass das grosse Ganze toll ist. Ein Beispiel: die Buchhaltung von bodynation nervt mich sehr. Aber ich weiss, dass ich das tun muss, weil sonst weiss ich ja nicht was wir noch ausgeben können und was nicht. Sprich es ist ein notwendiges Übel, damit ich mich dann wieder auf die coolen Sachen konzentrieren kann.  

All die Dinge die ich mache, mache ich aus Freude. Der Sport, bodynation, Motorradfahren und mein eigentlicher Job als Scrum Master. Und gefällt mir etwas nicht, dann setze ich mir eine Deadline, reflektiere und wenn sich bis zu der deadline nichts geändert hat, dann ändere ich die Situation. Ich glaube es ist ganz wichtig, innere Antreiber zu haben. Was ist das was mir wirklich gefällt? Oder auch einmal zu reflektieren und sich zu fragen: warum tue ich das?

Struktur

Ohne Struktur geht bei mir nichts. Es gibt unzählige digitale oder nicht digitale Helferlein. Ich persönlich habe einen ultrasüssen organizer wo ich jeden Sonntag aufschreibe, was ich die kommende Woche was, wann erledigen möchte. Jeden Sonntag. Zudem habe ich noch ein trello Board, wo ich mittel- bis langfristige Aufgaben aufschreibe. Einfach, dass ich es nicht vergesse. Von dem Buch von David Allen „getting things done“ habe ich einiges gelernt; vor allem ein Zitat ist mir hängen geblieben: „Our mind is for having ideas, not for holding them“ – deswegen sollen die Ideen aufgeschrieben werden, damit der Kopf wieder frei für neue ist. Sobald die Idee niedergeschrieben ist, ist der Kopf wieder frei.

Und so schreibe ich jeden Sonntag auf, was diese Woche erledigt wird. Und da ich ja mit fast 30 auch eine eigene Wohnung habe, kommt einkaufen, Wäsche waschen, Wohnung putzen etc. mit  auf die Liste.

Es ist auch okay, mal was nicht zu schaffen

Bei mir klingelt meistens sieben Tage die Woche der Wecker. Und manchmal mag ich auch halt einfach nicht. Und dann lasse ich das zu. Zum Beispiel gestern war ich einfach müde und hatte weder Lust zu trainieren, Motorrad zu fahren oder auch für bodynation zu arbeiten. Ich wollte einfach nur im Bett liegen, Netflix schauen und schlafen. Und das habe ich dann einfach gemacht. Weil mein Körper es mir sowas von gesagt hat. So bin ich bis 14.00 Uhr im Bett und / oder Sofa gelegen, bis ich mal die Wohnung aufgeräumt habe oder was gegessen habe. Und das wichtigste: ich hatte kein schlechtes Gewissen. Ich hab auf mich gehört und das ist das Wichtigste.

Dafür bin ich dann heute umso motivierter, die Dinge in Angriff zu nehmen. Ich habe mir die Ruhe gegönnt, die ich brauchte.

Die downside von dem allem

Den Druck, die Dinge zu erledigen, nehme ich mir immer wieder. Auch wenn ich mal etwas nicht schaffe, mache ich mich nicht fertig oder werde sauer. Ich habe die Dinge ja niedergeschrieben, daher verschiebe ich sie auf den nächsten oder die nächsten Tage, wenn ich wieder Energie dafür habe. Selten ist etwas so kritisch, dass es an dem Tag gemacht werden muss. Das war aber ein enormer Lernprozess und nicht immer so. Be kind to yourself!

Trotzdem gibt es Dinge, über die ich doch nachdenke.

1. Spontanität - was ist das?

Spontan zu sein, ist für mich fast unmöglich. Meine Tage sind so durchgeplant, dass mir das selten möglich ist. Daher liebe ich es im Urlaub umso mehr, einfach von Tag zu Tag zu leben (auch auf Reisen). Ein spontanes: hey lass uns in zwei Stunden auf ein Drink treffen? Endet bei mir meistens (zu 99 %) mit der Antwort: tut mir leid, ich kann nicht.

Sonntags auf eine Motorradtour zu gehen, kann ich zwar mal machen, dann muss ich aber die Woche davor alles so planen, dass sonntags wenig übrig geblieben ist.

Beisst sich das mit dem vorherigen Abschnitt wo ich geschrieben habe: be kind to yourself. Manchmal – nicht immer. Es ist halt immer ein abwägen. Aber eines dass sich lohnt und manchmal habe ich mir sogar ein To Do auf mein Organizer gepackt, wo drauf steht: nichts planen. Also muss das nichts planen geplant werden und dann klappt es gut.

2. Freunde - verlieren sie die Lust?

Manchmal gibt es auch Momente wo ich gerade wegen der Spontanität das Gefühl bekomme, dass irgendwann meine Freunde nicht mehr Lust darauf haben, alles mit mir vorzuplanen. Wandern, Brunch, ausgehen etc., das wird bei mir genau so eingeplant wie alles andere. Meine Sorge ist, dass meine Freunde oder meine Familie das Gefühl haben, sie seien ein „To Do“, was ich auf meiner Liste habe. Um ehrlich zu sein, auf die Liste werden sie eingetragen, aber sie sollen nie das Gefühl haben, dass ich sie als „To Do“ behandle, und sie abgearbeitet werden müssen. Wenn ich bei und mit ihnen bin, sollen sie spüren, dass ich bei ihnen bin. Nicht nur körperlich, sondern auch mit meinen Gedanken und meinem Herzen. Ob mir das gelingt, müsst ihr wohl sie fragen.

Zusammengefasst...

... lässt sich wohl sagen, dass ich heute das geschrieben habe, was ich sonst den Leuten immer sage: viel zu machen, bedarf viel Planung. Und wenn es auch so aussieht, als ob ich vieles schaffe, ist es so, dass ich einiges auch nicht schaffe. Und das was ich schaffe, auch nur mit guter Struktur und Tagesordnung möglich ist. Und woher hole ich den Drive? Ich glaube sicherlich teilweise aus meiner Persönlichkeit, aber auch weil ich wirklich Dinge tue, die ich von Herzen gern mache.

Deswegen sucht Euch einerseits die Themen, die euch von innen her antreiben, Lernen geht ja auch viel einfacher, wenn Euch das Fach interessiert, oder nicht? Und andererseits sucht Euch Unterstützung; sei es durch Bücher, die euch bei der Organisation helfen, durch digitale oder nicht-digitale Organizer, die helfen eine gewisse Struktur zu finden. Es ist - wie fast alles im Leben - einfach eine Sache des Lernens. Dinge für eine gewisse Zeit zu probieren, adaptieren, und die ganz eigene Lösung dafür finden.

In diesem Sinne: „Do shit that makes you happy“ - Garyvee

Alles Liebe

Eure Irina

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